Die Stumm-Orgel der Hugenottenkirche Ludweiler
Manual: Prinzipal 8 Fuss Pedal: Subbass 16 Fuss
Bordun 8 Fuss Oktavbass 8 Fuss
Viola di Gamba 8 Fuss
Oktav 4 Fuss Coppel wird an das
Quint 3 Fuss Manual angehängt
Flaut 4 Fuss
Oktav 2 Fuss
Nachdem die Orgel 93 Jahre lang perfekt und störungsfrei funkioniert hatte, wurde sie 1950 von der Orgelbaufirma Oberlinger aus Windesheim einem völligen Umbau unterzogen: die Stummsche Spielmechanik wurde durch eine elektropneumatische Spielsteuerung ersetzt, außerhalb der Orgel wurde ein elektrischer Spieltisch angeschlossen, der originale Kastenbalg (Windzufuhr) wurde durch einen gebrauchten, romantischen Magazinbalg ersetzt, ein zweites Manual (Schwellwerk) wurde gebaut und das ehemals so stolze Stummsche Klangbild wurde auf den damals modernen sogenannten “mittelrheinischen Orgelklang” reduziert, der sich in erster Linie durch einen müden und beiläufig wirkenden Klangcharakter auszeichnete. Diese Entstellung der Stumm-Orgel war technisch wesentlich unrobuster als das Original und befand sich bereits 40 Jahre später in einem derart desolaten Zustand, daß die Orgel, oder das, was davon übrig war, 1994 still gelegt werden musste.

Glücklicherweise wurde dann 1998 der Entschluss gefasst, die Orgel unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten nicht nur zu restaurieren, sondern sie vielmehr in ihre originale Gestalt zurück zu versetzen und sie dabei in historisch korrekter Art dem inzwischen erweiterten Kirchenraum und den gestiegenen musikalischen Ansprüchen entsprechend zu erweitern. Mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe wurde die Orgelbauwerkstatt Rainer Müller aus Odernheim/Glan betraut, was sich als ausserordentlicher Glücksgriff erweisen sollte.

Die vorhandenen historischen Bauteile (Gehäuse, Hauptwerks- u. Pedallade, der größte Teil des Pfeifenwerkes von Hauptwerk u. Pedal) wurden restauriert und in ihren Ursprungszustand zurück geführt, nicht mehr vorhandene Baugruppen wurden in der bei Stumm üblichen Bauweise neu angefertigt, die Orgel wurde insgesamt um eine zusätzliche Pedallade und ein neues, dem ursprünglichen Klang der Orgel entsprechendes Schwellwerk erweitert. Das verunstaltete Gehäuse wurde abgebeizt und in den Originalfarbton gefasst. Entgegen der Auffassung, Neues könne gut mit Altem korrespondieren, wurde die gesamte Orgel so restauriert, rekonstruiert und erweitert, dass sie als ganzes Instrument ihrem ursprünglichen Erbauer verpflichtet ist. Sie benötigt entsprechend 1857 nicht unbedingt Elektrizität, um gespielt zu werden, sondern kann, ganz wie in früheren Zeiten, durch einen fleissigen Kalkanten per Fußbetrieb mit Wind versorgt werden.

Die Intonation, insbesondere des neuen Schwellwerkes in Bezug auf die historischen Pfeifen, ergibt ein immens rundes, warmes Klangbild, das in allen Facetten zu überzeugen und zu begeistern vermag. Sowohl barocke, als auch romatische Orgelmusik lässt sich auf dem Werk in beispielhafter Weise darstellen. Selbst entlegenste Registerkombinationen sind möglich und klingen immer selbstverständlich natürlich.

Nach ihrer Gesundwerdung im Jahre 1998 hat die Orgel nun folgende, äußerst flexibel zu nennende Disposition:

1. Manual (Hauptwerk): Prinzipal 8' 2. Manual (Schwellwerk): Bordun 8'
Hohlflöte 8' Salizional 8'
Octave 4' Schwebung 8'
Gamba 8' Rohrflöte 4'
Quint 3' Quintflöte 2 2/3'
Flöte 4' Flöte 2'
Oktave 2' Terz 1 3/5'
Trompete 8' Oboe 8'
Mixtur 3fach 1 1/3'
Pedal: Subbass 16' Drucktremulant im
Okatvbass 8' Schwellwerk
Choralbass 4'
Gedecktbass 8' Normalkoppeln
Posaune 16'
wurde im Jahre 1857 von den Gebrüdern Stumm aus Sulzbach/Rhaunen erbaut. Nachdem die Orgel durch Mitglieder des Presbyteriums mittels zweier Leiterwagen und einer fünftägigen Reise in Sulzbach abgeholt wurde, wurde sie von dem älteren der Gebrüder Stumm, Friedrich Stumm im folgenden Zeitraum vom 24. April bis 14. Mai 1857 in der Kirche aufgestellt. Die Prüfung des fertigen Werkes oblag Herrn Pfarrer König aus Sulzbach /Saar und fiel sehr günstig und lobend aus. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Orgel folgende Disposition: